Unsichtbare Helden der Nachhaltigkeit

3 europäische Unternehmen von denen Du bestimmt noch nichts gehört hast, und die trotzdem Gutes tun

Googled man “was kommt selten allein?” findet man entweder den Film  Ein Zwilling kommt selten allein von 1998 oder schaurige Vorhersagen von Unglück, Viren und Verschwörungen, die selten allein kommen. Das ist nicht ganz was wir uns erhofft hatten - es scheint nicht eine positive Sache zu geben, die sich in der Gruppe fortbewegt. 


Doch wir glauben ganz fest, dass unsere Mission, make the planet a little bit cooler, nicht alleine passieren kann. Also lasst uns das doch mal so festhalten “ein Nachhaltigkeits-Futzi kommt selten allein”. Und genau aus diesem Grund sollten wir doch mal schauen, was andere gutgesinnte Unternehmen in Europa so treiben:


Intelligente Straßenbeleuchtung und WiFi Hotspot in einem: LightWell, Deutschland braucht Dich!

Die meisten kennen das bestimmt: du hast es dir mal wieder richtig gegönnt und anstatt mit Flixbus zur Oma ins drei Stunden entfernte Dorf zu fahren lässt du es richtig krachen und nimmst den Regio. Die Zeit möchtest du produktiv nutzen um nochmal genau zu recherchieren, wie du dein Leben und deinen Haushalt nachhaltiger gestalten kannst. Die Füße ausstreckend machst du dich für drei Stunden spannende Detektivarbeit bereit und fängst mit der Google-Suche “umweltschonende Putzmittel” an....und dabei bleibts. Denn das Internet in Deutschland - egal ob mobil oder WiFi - setzt Dir einen dicken Strich durch die Rechnung.

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Photo by Tomáš Hustoles from Burst

Das Gute ist, du bist nicht allein. Wir alle waren einmal voller Hoffnung und Zuversicht. Mittlerweile ist das erste, was wir Besuchern aus dem Ausland über Deutschland mitteilen, die Warnung, dass das Internet nutzlos ist. Doch könnte Lightwell das Licht am Ende des Tunnels sein? Das niederländische Unternehmen hat es sich eigentlich zur Aufgabe gemacht, auch das Straßenlicht endlich “smart” zu gestalten. Ziel ist es, technologischen Fortschritt in das Design und die Funktionalität unserer Stadt zu integrieren und zur Energiewende beizutragen. Außerdem werden die Produkte in einem Unternehmen zusammengesetzt, dass sich darauf fokussiert, Langzeit-Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt einzuführen. Das ist eine “triple bottom line”, die sich zeigen lassen kann. 

Am interessantesten für Deutschland finden wir jedoch die Nebeneffekte dieser intelligenten Straßenbeleuchtung. Denn sie sieht nicht nur gut aus. Neben Energieeinsparungen können die Laternenpfähler auch als Ladestation für elektrische Autos dienen und als WiFi Hotspots agieren. Falls jemand doch noch den Wettbewerb “Deutschland sucht die Superlampe” ins Leben rufen will, könnte der Gewinner bereits feststehen.

 

Gülle im Trinkwasser? Don’t shit where you eat - zumindest nicht ohne die BlueBox Ultra


Man könnte meinen, dass die Verwandlung von Gülle zu Wasser nicht ganz so atemberaubend ist wie Wasser zu Wein - doch was dem Gaumen erspart bleibt kommt der Umwelt zugute. So argumentiert zumindest Bluetector AG, ein Cleantech-Unternehmen aus der Schweiz, dass ein kostengünstiges, biologisches Reinigungsverfahren für Abwasser entwickelt hat. Anwendung findet dieses Patent vor allem in der Landwirtschaft und bei Festivals. Hört sich komisch an? Gleich nicht mehr.


Von Oma und Opa wissen wir eigentlich, dass Gülle gut für den Acker ist. In der Landwirtschaft ist Scheiße schonmal Gold wert, oder so war es einmal. Wie immer war früher alles besser, aber in diesem Zusammenhang scheint es ersichtlich. Bevor hoch effiziente Prozesse in  der Tierhaltung und dem Anbau eingeführt wurden, war die Gülle-Produktion überschaubar und die Fäkalien als Düngemittel auf dem Acker herzlich willkommen. Heutzutage ist die Überproduktion jener Ausscheidungen zum Problem geworden, welches durch den hohen Medikamenten-Anteil, der den Tieren verabreicht wird, noch erhöht wird. Gelangt toxische Gülle ins Trinkwasser sind wir schließlich alle davon betroffen.


Mit unseren Ausscheidungen sieht es nicht viel (umwelt)freundlicher aus. Ob auf der Baustelle oder beim Festival, irgendwo müssen wir ja mal ums Eckchen. Die Lösung dafür wurde schon vor relative langer Zeit entwickelt, und heute gehört das ein oder andere Dixi-Klo zu unserem anerkannten Stadtbild. Wohin jedoch mit den nasen-betäubenden Resten? 


Bluetector hat eine Antwort parat. Die BlueBox Ultra wird heute bereits vom Weltmarktführer im Bereich Toilettenkabinen eingesetzt und die Technologie kann nun auch dazu genutzt werden, um Gülle in Wasser zu verwandeln. Naserümpfen brauchen wir da also nicht mehr.

 

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Photo by Shanu D from Burst 

Das gereinigte Wasser kann zwar nicht unbedingt wie Wein getrunken werden, jedoch eignet es sich hervorragend zur Bewässerung in der Landwirtschaft, als Reinigungswasser, oder ist sicher in die Kanalisation abführbar.


Auch in deinem eigenen Haushalt solltest du über dein Abwasser nachdenken. Vielleicht wäre eine Gülle-Anlage im Hinterhof ein bisschen übertrieben, aber umweltschonende Putzmittel, lassen sich recht einfach in den Alltag einführen. 


Plastikmüll im Haushalt: Unser buchstäbliches Brett vor dem Kopf - doch Sulapac scheint das dickste Brett zu bohren

Da wir jetzt schon das klassische weiße-Männer Modell abgedeckt haben, sollten wir uns doch nochmal auf ein von Frauen geführtes Startup konzentrieren. Denn besonders im Bereich Nachhaltigkeit ist das Engagement der weiblichen Bevölkerung deutlich sicht- und spürbar (und auch weit über den Fem-Tech Bereich hinaus). 

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Photo by Sarah Pflug from Burst

Das Badezimmer und die Küche sind zwei der plastik-reichsten Räume einer jeden Wohnung. Wenn Du nicht im Unverpackt-Laden deine Einkäufe tätigst oder jeden Sonntag auf den Wochenmarkt gehst, staut sich schon mal der ein oder andere Müllsack pro Woche an. Und auch beim Öffnen des Badezimmerschrankes kann einem beim Anblick der zahlreichen Plastikfläschchen und -döschen das Schuldgefühl kalt über den Rücken laufen. Die Vermeidung von Plastikmüll im Alltag ist ein dickes Brett zu bohren. Doch könnte Holz vielleicht die Lösung sein?


Diesen Ansatz verfolgen zumindest die zwei Finninen, die Sulapac gegründet haben. Bestehend aus Holzchips und abbaubaren Klebstoffen, stellt das Material “Sulapac” eine biologisch abbaubare und nachhaltigere Verpackung dar. Ökologisch und gleichzeitig ästhetisch heißt die Devise, und soll mit Strohhalmen und Kosmetikdosen die europäischen Haushalte erobern.


Welche anderen Nachhaltigkeitskonzepte und -ideen kennst du? Gibt es ein paar Heldinnen und Helden, die du gerne mal ins Rampenlicht ziehen möchtest? Schreib uns in den Kommentaren!

 

Geschrieben von: Anna Buchmann


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